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Die `!Azraqiten`! (`F33f`_`[arabisch`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Arabische_Sprache]`_`f أزارقة, `F33f`_`[DMG`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=DIN_31635]`_`f `*Azāriqa`*) waren eine extreme `F33f`_`[charidschitische`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Charidschiten]`_`f `F33f`_`[Sekte`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Sekte]`_`f, die sich in den 680er Jahren in `F33f`_`[Basra`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Basra]`_`f herausbildete und verschiedene Regionen im südlichen `F33f`_`[Irak`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Irak]`_`f und `F33f`_`[Iran`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Iran]`_`f unter ihre Kontrolle bringen konnte. Sie ging mit großer Brutalität gegen andersgläubige Muslime vor und konnte erst 698 von `F33f`_`[al-Muhallab ibn Abī Sufra`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Al-Muhallab_ibn_Abī_Sufra]`_`f vernichtet werden.

>>Contents

• `F0af`_`[Geschichte`#geschichte]`_`f
• `F0af`_`[Lehren`#lehren]`_`f
• `F0af`_`[Literatur`#literatur]`_`f
• `F0af`_`[Belege`#belege]`_`f

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>>Geschichte

Abū Rāschid Nāfiʿ ibn Azraq, nach dem die Sekte benannt ist, gehörte zu denjenigen Charidschiten, die 683 zunächst `F33f`_`[ʿAbdallāh ibn az-Zubair`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=ʿAbdallāh_ibn_az-Zubair]`_`f unterstützten und zu ihm nach `F33f`_`[Mekka`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Mekka]`_`f zogen, sich dann aber von ihm lossagten, als sie erkannten, dass er ihre politischen Auffassungen nicht teilte. Als Ibn Zubair noch im gleichen Jahr einen Gouverneur in `F33f`_`[Basra`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Basra]`_`f einsetzen wollte, entschlossen sich Ibn al-Azraq und seine Anhänger zum Kampf. Sie zogen sich nach `F33f`_`[al-Ahwāz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ahvaz]`_`f zurück und brachten diese Stadt und ihr Hinterland unter ihre Kontrolle, darunter auch die Provinzen `F33f`_`[Fars`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Fars]`_`f und `F33f`_`[Kerman`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kerman_(Provinz)]`_`f, wobei sie Ibn az-Zubairs dortige Gouverneure töteten.`:cite-ref-1[`F5bf`_`[1`#cite-note-1]`_`f]

Ibn al-Azraq wurde zwar schon 685 im Kampf getötet,`:cite-ref-rubinacci810b-2-0[`F5bf`_`[2`#cite-note-rubinacci810b-2]`_`f] doch weigerten sich seine Anhänger, den Kampf aufzugeben, und zogen sich mit einer großen Anzahl nach Osten, in die Provinz `F33f`_`[Chusistan`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Chusistan]`_`f, zurück. Von dort aus zogen sie plündernd und brandschatzend durch das Hinterland von Basra Muslime, die in ihren Ansichten von ihnen abwichen oder die sich weigerten, ihnen zu folgen, wurden einschließlich ihrer Kinder und Frauen getötet. Diese Praxis wurde `*Istiʿrāḍ`* genannt. Nur diejenigen wurden verschont, die die Azraqiten aktiv unterstützten.

Der südarabische Heerführer `F33f`_`[Al-Muhallab ibn Abī Sufra`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Al-Muhallab_ibn_Abī_Sufra]`_`f, den `F33f`_`[Musʿab ibn az-Zubair`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Musʿab_ibn_az-Zubair]`_`f 686 für das mekkanische `F33f`_`[Kalifat`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kalifat]`_`f gewonnen hatte, konnte zwar die Umgebung von Basra von den Azraqiten befreien, doch zogen sich diese in den Iran zurück und setzten dort ihre Umtriebe fort. Als sie 687 `F33f`_`[Isfahan`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Isfahan]`_`f belagerten, konnte sie der dortige zubairidische Gouverneur ʿAttāb ibn Warqā' durch einen überraschenden Ausfall in die Flucht schlagen. Ihr neuer Anführer wurde Qatarī ibn al-Fudschāʿa, ein Krieger aus `F33f`_`[Luristan`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Luristan]`_`f, der sich von ihnen als „Befehlshaber der Gläubigen“ (`*amīr al-muʾminīn`*) titulieren ließ.`:cite-ref-3[`F5bf`_`[3`#cite-note-3]`_`f] Durch eine Kombination aus wilder Energie und außergewöhnlichem Talent als Redner und Dichter konnte er die Begeisterung der Azraqiten neu entfachen und ihre Reihen neu organisieren.`:cite-ref-rubinacci810b-2-1[`F5bf`_`[2`#cite-note-rubinacci810b-2]`_`f] So zogen die Azraqiten schon bald wieder gegen den Irak. Die Lage änderte sich erst, nachdem die `F33f`_`[Umayyaden`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Umayyaden]`_`f 691 die Herrschaft im Irak übernommen hatten. Der neue Statthalter des Irak `F33f`_`[al-Haddschādsch ibn Yūsuf`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Al-Haddschādsch_ibn_Yūsuf]`_`f bestätigte Muhallab in seinem Amt und beauftragte ihn erneut mit der Bekämpfung der Azraqiten. Er konnte die Sekte 698 vernichtend schlagen, als sie durch innere Spaltungen bereits geschwächt war.`:cite-ref-4[`F5bf`_`[4`#cite-note-4]`_`f]

>>Lehren

Die wichtigsten Lehren, durch die sich Nāfiʿ ibn Azraq und seine Anhänger auszeichneten, waren nach `F33f`_`[asch-Schahrastānī`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Asch-Schahrastānī]`_`f acht:

1. Sie lehrten, dass `F33f`_`[ʿAlī ibn Abī Tālib`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=ʿAlī_ibn_Abī_Tālib]`_`f, `F33f`_`[ʿUthmān ibn ʿAffān`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=ʿUthmān_ibn_ʿAffān]`_`f, `F33f`_`[Talha ibn ʿUbaidallāh`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Talha_ibn_ʿUbaidallāh]`_`f, `F33f`_`[az-Zubair ibn al-ʿAuwām`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Az-Zubair_ibn_al-ʿAuwām]`_`f, `F33f`_`[ʿĀ'ischa bint Abī Bakr`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Aischa_bint_Abi_Bakr]`_`f, `F33f`_`[ʿAbdallāh ibn ʿAbbās`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=ʿAbdallāh_ibn_ʿAbbās]`_`f und die übrigen Gläubigen, die bei ihnen waren, Ungläubige gewesen seien und ewig in der Hölle bleiben würden.
2. Sie erklärten die „Sitzenbleiber“ (`*qaʿada`*), also diejenigen Charidschiten, die nicht kämpfen und nicht die `F33f`_`[Hidschra`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Hidschra]`_`f zu ihnen vollziehen wollten, zu Ungläubigen und übten ihnen gegenüber `F33f`_`[Barā'a`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Walāya_und_Barā'a]`_`f, obwohl sie mit ihnen religiös übereinstimmten.
3. Sie erklärten das Töten der Kinder und Frauen andersdenkender Muslime für erlaubt.
4. Sie schafften die `F33f`_`[Steinigung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Steinigung]`_`f als Bestrafung für `F33f`_`[Zinā`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Zinā]`_`f und die `F33f`_`[Hadd-Strafe`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Hadd-Strafe]`_`f für denjenigen, der einen ehrbaren Mann fälschlich des Zinā beschuldigte, ab, mit dem Argument, dass diese Strafen nicht im `F33f`_`[Koran`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Koran]`_`f erwähnt sind, hielten aber an der Strafe für denjenigen, der eine ehrbare Frau in solcher Weise beschuldigte, fest.
5. Sie urteilten, dass die Kinder der `F33f`_`[Beigeseller`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Muschrik]`_`f zusammen mit ihren Eltern in die Hölle kommen
6. Sie meinten, dass die `F33f`_`[Taqīya`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Taqīya]`_`f in Wort und Tat unzulässig ist.
7. Sie hielten es für möglich, dass Gott einen Propheten sendet, von dem er weiß, dass er zwangsläufig gottlos werden wird oder der es schon vor seiner Sendung war
8. Sie waren der Meinung, dass derjenige, der eine schwere Sünden begehe, zum Ungläubigen wird, so dass er aus dem Islam herausfällt und mit den Ungläubigen auf ewig in die Hölle kommt.`:cite-ref-5[`F5bf`_`[5`#cite-note-5]`_`f]

>>Literatur

`!Arabische Quellen`!

• `F33f`_`[Abū l-Ḥasan al-Ašʿarī`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Abū_l-Hasan_al-Aschʿarī]`_`f (gest. ca. 935): `*Kitāb Maqālāt al-islāmīyīn wa-ḫtilāf al-muṣallīn`*. Ed. `F33f`_`[Hellmut Ritter`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Hellmut_Ritter]`_`f. 2. Aufl. Franz Steiner, Wiesbaden 1963. S. 86–89. Digitalisat
• `F33f`_`[aš-Šahrastānī`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Asch-Schahrastānī]`_`f (gest. 1153): `*al-Milal wa-n-niḥal`*. Ed. William Cureton. Society for the Publication of Oriental Texts, London 1842. Bd. I, S. 89–91. Digitalisat. – Deutsche Übersetzung von Theodor Haarbrücker unter dem Titel `*Religionspartheien und Philosophen-Schulen`*. Halle 1850–1851. Bd. I, S. 133–136. Digitalisat

`!Sekundärliteratur`!

• `F33f`_`[Rudolf-Ernst Brünnow`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Rudolf-Ernst_Brünnow]`_`f: `*Die Charidschiten unter den ersten Omayyaden. Ein Beitrag zur Geschichte des ersten islamischen Jahrhunderts.`* Leiden 1884. S. 41–46. Als Digitalisat hier abrufbar: https://archive.org/details/diecharidschite00brgoog
• Keith Lewinstein: “The Azāriqa in Islamic heresiography” in `*Bulletin of the School of Oriental and African Studies`* 54 (1991), 251–268.
• R. Rubinacci: “Azāriḳa” in `F33f`_`[The Encyclopaedia of Islam. New Edition`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=The_Encyclopaedia_of_Islam._New_Edition]`_`f. Brill, Leiden 1960. Bd. I, S. 810–811.

>>Belege

`:cite-note-1`!1.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-1]`_`f aš-Šahrastānī: `*al-Milal wa-n-niḥal`*. 1842, Bd. I, S. 89. – Deutsche Übersetzung Haarbrücker Bd. I, S. 133.
`:cite-note-rubinacci810b-2`!2.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-rubinacci810b-2-0]`_`f Rubinacci: “Azāriḳa”. 1960, S. 810b.
`:cite-note-3`!3.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-3]`_`f aš-Šahrastānī: `*al-Milal wa-n-niḥal`*. 1842, Bd. I, S. 90. – Deutsche Übersetzung Haarbrücker Bd. I, S. 134.
`:cite-note-4`!4.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-4]`_`f Rubinacci: “Azāriḳa”. 1960, S. 810f.
`:cite-note-5`!5.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-5]`_`f aš-Šahrastānī: `*al-Milal wa-n-niḥal`*. 1842, Bd. I, S. 90f. – Deutsche Übersetzung Haarbrücker Bd. I, S. 134–136.

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